MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die strategische Bedeutung seltener Erden hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, da sie für zahlreiche Hightech-Anwendungen unverzichtbar sind. China hat sich in diesem Bereich eine nahezu monopolartige Stellung erarbeitet, die es als geopolitisches Druckmittel nutzt.

Die seltenen Erden, trotz ihres Namens nicht unbedingt selten, sind für die moderne Technologie unverzichtbar. Diese Metalle sind entscheidend für die Herstellung von leistungsstarken Magneten in Windturbinen und Elektromotoren sowie für die Produktion von LED-Bildschirmen und Energiesparlampen. Ohne sie wäre die Energiewende kaum vorstellbar. Doch fast 90 Prozent der weltweiten Verarbeitung dieser Rohstoffe findet in China statt, was dem Land einen erheblichen geopolitischen Vorteil verschafft.
China hat frühzeitig erkannt, wie wichtig seltene Erden für die Zukunft sein würden, und massiv in den Ausbau der entsprechenden Industrien investiert. Die Bayan-Obo-Mine in der Inneren Mongolei ist die weltweit größte bekannte Lagerstätte für diese Metalle. Zudem verfügt China über bedeutende Vorkommen schwerer seltener Erden im Süden des Landes, die besonders begehrt sind. Diese strategischen Ressourcen sichern Chinas Dominanz auf dem Weltmarkt.
Andere Länder versuchen, ihre Abhängigkeit von China zu verringern, doch der Aufbau einer eigenen Verarbeitungsindustrie ist kostspielig und zeitaufwendig. Australien etwa verfügt über etwa fünf Prozent der globalen Bergbauproduktion, ist jedoch auf chinesische Technologie angewiesen, um die Metalle zu verarbeiten. Die niedrigen Preise, die China durch staatliche Subventionen ermöglicht, machen es für andere Länder unattraktiv, in die aufwendige Trennung seltener Erden zu investieren.
Die geopolitischen Spannungen verschärfen sich, da China seine Dominanz als Druckmittel einsetzt. Bereits 2010 stoppte China die Lieferungen an Japan während eines Streits um Fischereirechte, was Japan dazu zwang, sich nach alternativen Lieferanten umzusehen. Doch mengenmäßig bleibt China unübertroffen. Die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen ist ein Risiko, das viele Länder zu minimieren versuchen.
Die USA hatten einst mit der Mountain Pass Mine in Kalifornien eine bedeutende Produktionsstätte, doch Umweltauflagen und Unrentabilität führten zu einem zeitweiligen Stopp des Abbaus. Heute ist die Mine wieder in Betrieb, kann jedoch nur einen Bruchteil der Mengen liefern, die in China abgebaut werden. Die Marktpreise für seltene Erden waren lange Zeit so niedrig, dass sich die Produktion außerhalb Chinas kaum lohnte.
Die Zukunft der seltenen Erden wird maßgeblich von der Fähigkeit anderer Länder abhängen, ihre eigene Produktion zu steigern und die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Dies erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch erhebliche Investitionen und politische Entschlossenheit. Die strategische Bedeutung dieser Rohstoffe wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen, da sie für die technologische und ökologische Transformation unverzichtbar sind.

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