LONDON (IT BOLTWISE) – Die zunehmende Verbreitung von KI-gestützten Chatbots führt zu Missverständnissen über deren Fähigkeiten und Identität. Während viele Nutzer diesen Systemen menschliche Eigenschaften zuschreiben, handelt es sich in Wirklichkeit um komplexe Mustererkennungsmaschinen ohne eigenes Bewusstsein.

Die Vorstellung, dass KI-gestützte Chatbots wie ChatGPT oder Claude über eine feste Persönlichkeit verfügen, ist weit verbreitet, aber irreführend. Diese Systeme sind keine eigenständigen Entitäten, sondern erzeugen Texte basierend auf Mustern, die in ihren Trainingsdaten enthalten sind. Sie sind darauf programmiert, plausible Antworten zu generieren, die oft als menschlich wahrgenommen werden, obwohl sie keine eigene Identität oder Kontinuität besitzen.
Ein Beispiel für die Missverständnisse, die durch diese Systeme entstehen können, zeigt sich in einer Situation, in der eine Frau im Postamt auf eine vermeintliche Preisgarantie der USPS bestand, die ihr von einem KI-Chatbot mitgeteilt wurde. Diese Information war jedoch falsch, was verdeutlicht, dass die Genauigkeit der Antworten von der Art der gestellten Fragen abhängt und nicht von einem tatsächlichen Wissen der KI.
Die Illusion der Personhaftigkeit bei KI-Systemen kann gefährliche Konsequenzen haben, insbesondere für verletzliche Personen, die diesen Systemen Vertrauen schenken. In Gesundheitskontexten kann dies zu lebensbedrohlichen Situationen führen, wenn Menschen auf Ratschläge von Chatbots hören, die lediglich Muster aus ihren Trainingsdaten wiedergeben. Diese Systeme können keine Verantwortung übernehmen oder für ihre Aussagen zur Rechenschaft gezogen werden.
Technisch gesehen arbeiten große Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT mit mathematischen Beziehungen zwischen Konzepten, die als Punkte in einem mehrdimensionalen Raum dargestellt werden. Diese Modelle sind in der Lage, neue Verbindungen zwischen Ideen zu schaffen, was als eine Art nicht-menschliches ‘Denken’ durch Mustererkennung betrachtet werden kann. Dennoch fehlt ihnen die Fähigkeit, eine konsistente Persönlichkeit oder ein Bewusstsein zu entwickeln.
Die Entwicklung solcher Systeme basiert auf mehreren Schichten, darunter das Pre-Training, bei dem das Modell statistische Beziehungen aus Milliarden von Textbeispielen lernt, und das Post-Training, bei dem menschliches Feedback genutzt wird, um die Ausgabe zu verfeinern. System-Prompts und kontextuelle Anpassungen tragen ebenfalls zur Illusion einer Persönlichkeit bei, indem sie die Art und Weise beeinflussen, wie das Modell auf Eingaben reagiert.
Um die Risiken der Illusion der KI-Personhaftigkeit zu mindern, ist es wichtig, die wahre Natur dieser Systeme zu verstehen und sie als Werkzeuge zu betrachten, die unsere eigenen Ideen erweitern können, anstatt ihnen eine eigene Identität zuzuschreiben. Dies erfordert ein Umdenken in der Art und Weise, wie wir mit KI interagieren und welche Erwartungen wir an diese Technologien haben.

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