VANDERBILT / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt: Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit erhöhtem Risiko für Psychosen geht der gleichzeitige Konsum von Cannabis und Tabak mit deutlich schlechterer kognitiver Leistungsfähigkeit einher. Die Ergebnisse stammen aus dem North American Prodrome Longitudinal Study 2 und basieren auf umfangreichen Tests der MATRICS-Batterie sowie der Aufmerksamkeitsmessung. Damit rückt die Früherkennung in der „Prodromal“-Phase stärker in den Fokus, weil sich kognitive Defizite oft zeigen, bevor eindeutige psychotische Symptome auftreten. Gleichzeitig fällt auf, dass bereits Nichtkonsumierende im Risikokollektiv ebenfalls besonders schwache Werte erzielen.

Der gleichzeitige Konsum von Cannabis und Tabak wird in der öffentlichen Debatte häufig als Nebenaspekt behandelt, obwohl er sich in vielen Altersgruppen etabliert hat. Genau hier setzt die aktuelle Forschung an: Bei Menschen, die klinisch als „high risk“ für Psychosen eingestuft sind, sinken kognitive Leistungswerte messbar, wenn beide Substanzen parallel konsumiert werden. Noch bemerkenswerter ist, dass ein Teil des Risikokollektivs, der überhaupt keinen Substanzkonsum angibt, ebenfalls unterdurchschnittlich abschneidet – und in der sozialen Funktionsfähigkeit sogar die niedrigsten Werte erreicht. Für die Praxis bedeutet das: Frühwarnsysteme für psychiatrische Verläufe müssen Substanzmuster künftig differenziert mitdenken.
Methodisch baut die Untersuchung auf einem prospektiven, multizentrischen Datensatz auf, der über mehrere Standorte in Nordamerika erhoben wurde. Analysiert wurden 734 Personen mit klinischem Hochrisikostatus („CHR-P“) sowie 278 gesunde Kontrollpersonen. Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde dabei nicht „grob“ erfasst, sondern über etablierte neuropsychologische Verfahren gemessen, darunter die MATRICS Consensus Cognitive Battery und eine Aufmerksamkeitskomponente über den Seidman Auditory Continuous Performance Task. Der Vergleich zwischen Gruppen ermöglicht es, nicht nur Effekte des isolierten Konsums zu diskutieren, sondern vor allem das Muster des Co-Uses als eigenes Risikokonstrukt zu untersuchen.
Technisch betrachtet liefert das Studiendesign eine Art vergleichende „Schichtung“ der Exposition: Neben dem Co-Use werden auch Gruppen mit Tabak- oder Cannabisnutzung getrennt betrachtet sowie Personen, die weder Tabak noch Cannabis verwenden. In den Resultaten zeigt sich ein Bild, das klinisch relevant ist, weil es über einzelne Testwerte hinausgeht: Co-Use ist mit geringerer globaler Kognition verbunden und betrifft in ähnlicher Richtung auch Teilbereiche wie Arbeitsgedächtnis, verbales Lernen sowie Aufmerksamkeit. Diese Unterbereiche sind nicht zufällig gewählt, sondern entsprechen jenen kognitiven Domänen, die häufig früh in der Psychoseentwicklung destabilisiert werden. Insofern lässt sich das Ergebnis auch als Hinweis darauf interpretieren, dass Substanzmuster frühe neurokognitive „Dysregulation“ verstärken können.
Gleichzeitig bleibt die Richtung der Zusammenhänge offen, was für die Einordnung entscheidend ist. Die Studie macht klar, dass Kausalität nicht belegt wird: Es könnte sowohl sein, dass Co-Use kognitive Funktionen verschlechtert, als auch dass bestimmte Vulnerabilitäten mit höheren Konsummustern einhergehen. In der Vergangenheit waren die Befunde zum Verhältnis von Cannabis, Tabak und Kognition in psychotischen Populationen uneinheitlich – teils fanden Forschende eher günstigere Assoziationen, teils nachteilige. Dass die aktuelle Arbeit nun explizit Co-Use in einem Hochrisikokollektiv untersucht, schließt eine diagnostische Lücke und ordnet die Debatte neu: Für Kliniken heißt das, Exposition nicht nur allgemein, sondern als Kombination zu erfassen, weil gerade die Kombination offenbar zusätzliche Varianz in den kognitiven Ausgangswerten erklärt.
Aus Markt- und Versorgungsperspektive ist das Signal klar: Frühinterventionsmodelle werden zunehmend datengetrieben, etwa durch standardisierte Assessments, mobile Verlaufsdokumentation und teilautomatisierte Auswertung in Klinikinformationssystemen. Wettbewerb und Innovationsdruck kommen dabei weniger von einem einzelnen „KI-Feature“, sondern von der breiten Digitalisierung der psychologischen und psychiatrischen Versorgung. Entscheidend wird sein, ob Gesundheitssysteme Screening-Workflows so anpassen, dass Co-Use als relevanter Parameter in Routinediagnostik und Risikoprognose eingeht. An dieser Stelle lohnt ein Blick auf etablierte Ansätze aus der Branche: Während einige Anbieter stark auf allgemeine Risikobewertungen setzen, zeigt der Befund, dass granulare Expositionsdaten für die Prognosequalität wichtig sein könnten.
Ein weiterer Aspekt, der in der Praxis sofort Widerhall findet, ist das „Non-User Social Paradox“: In der Hochrisikogruppe ohne Substanzkonsum finden sich ebenfalls niedrigere kognitive Werte, und sozial funktionierende Werte fallen besonders schlecht aus. Co-autor Ricardo E. Carrión beschreibt dafür plausibel eine soziale Mechanik: Jugendsubstanzkonsum ist oft an Peer-Gruppen gekoppelt, sodass sozial stark beeinträchtigte Jugendliche weniger Gelegenheiten haben, Co-Use überhaupt zu entwickeln. Das unterstreicht ein wichtiges klinisches Prinzip: Substanzdaten sind nicht nur „Risikofaktoren“, sie können auch als Marker für soziale Teilhabe, Umfeld und mögliche Unterstützungsdefizite wirken. Damit wird der Befund auch für therapeutische Zielsysteme relevant, die soziale Kompetenz und Integrationsangebote konsequent mitdenken sollten.
Für die regulatorische und datenschutzbezogene Einordnung ergibt sich daraus ebenfalls Handlungsbedarf. Screening-Fragen zu Substanzkonsum berühren sensible Gesundheits- und Verhaltensdaten, wodurch Anforderungen an Einwilligung, Zweckbindung, Zugriffskontrollen und sichere Verarbeitung steigen. Gerade wenn moderne Systeme künftig stärker automatisiert Risikoprofile bilden, muss klar geregelt sein, wer welche Daten zu welchem Zeitpunkt erhält und wie lange sie gespeichert werden. Entsprechend sollten Einrichtungen organisatorisch und technisch sicherstellen, dass Co-Use-Informationen nur im Rahmen definierter Früherkennungsprozesse genutzt werden und nicht in generischen Profiling-Mechanismen „mitlaufen“.
In die Zukunft gerichtet spricht die Studie selbst eine klare nächste Forschungsrichtung an: zukünftige Arbeiten sollten zeitliche Verläufe untersuchen, also Häufigkeit und Intensität von Cannabis- und Tabakkonsum über Zeiträume hinweg mit Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit verknüpfen. Für Kliniken bedeutet das, dass Screening zwar kurzfristig entscheidend sein kann, die Interpretation jedoch langfristig durch Längsschnittdaten abgesichert werden muss. Insgesamt deutet die Kombination aus kognitiver Frühschwäche und sozialer Einbettung darauf hin, dass frühe Interventionen mehrdimensional sein sollten – also nicht nur Substanzen thematisieren, sondern auch kognitive Rehabilitation, Aufmerksamkeitsförderung und sozialen Rückhalt systematisch integrieren. Genau hier entsteht für die Versorgungslandschaft ein strategisches Fenster, um in der Prodromalphase bessere Ergebnisse zu ermöglichen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Cannabis- und Tabak-Co-Use senkt bei Psychoserisiko die kognitiven Werte" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Cannabis- und Tabak-Co-Use senkt bei Psychoserisiko die kognitiven Werte" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Cannabis- und Tabak-Co-Use senkt bei Psychoserisiko die kognitiven Werte« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!