MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Bedrohung für Android-Nutzer in Spanien und der Türkei wurde entdeckt: Der Trojaner Crocodilus zielt darauf ab, Bank- und Kryptowährungsdaten zu stehlen.

In der Welt der Cybersicherheit ist die Entdeckung neuer Bedrohungen keine Seltenheit. Doch der kürzlich entdeckte Android-Trojaner Crocodilus stellt eine besonders raffinierte Gefahr dar. Dieser Trojaner zielt speziell auf Nutzer in Spanien und der Türkei ab und nutzt moderne Techniken wie Fernsteuerung, schwarze Bildschirmüberlagerungen und fortschrittliche Datenprotokollierung über die Zugänglichkeitsdienste von Android. Diese Fähigkeiten ermöglichen es dem Trojaner, die Kontrolle über das Gerät zu übernehmen und letztlich betrügerische Transaktionen durchzuführen.
Die Analyse des Quellcodes und der Debug-Nachrichten zeigt, dass der Autor des Schadprogramms Türkisch spricht. Crocodilus tarnt sich als Google Chrome und kann als Dropper fungieren, der die Beschränkungen von Android 13+ umgeht. Nach der Installation fordert die App die Berechtigung für die Zugänglichkeitsdienste an, um dann mit einem Remote-Server Kontakt aufzunehmen. Dort erhält sie weitere Anweisungen, welche Finanzanwendungen angegriffen werden sollen, und die HTML-Überlagerungen, die zur Erfassung von Anmeldedaten verwendet werden.
Besonders perfide ist die Fähigkeit von Crocodilus, Kryptowährungs-Wallets ins Visier zu nehmen. Anstatt eine gefälschte Anmeldeseite zu präsentieren, zeigt der Trojaner eine Warnmeldung, die die Opfer dazu auffordert, ihre Seed-Phrasen innerhalb von 12 Stunden zu sichern, um den Zugriff auf ihre Wallets nicht zu verlieren. Diese soziale Manipulation führt die Opfer dazu, ihre Seed-Phrasen preiszugeben, die dann über die missbrauchten Zugänglichkeitsdienste abgegriffen werden, wodurch die Angreifer die Wallets vollständig kontrollieren und die Vermögenswerte abziehen können.
Ein weiteres Merkmal von Crocodilus ist seine Fähigkeit, die bösartigen Aktionen auf dem Gerät zu verbergen, indem er eine schwarze Bildschirmüberlagerung anzeigt und Geräusche stummschaltet, sodass die Aktivitäten unbemerkt bleiben. Zu den wichtigen Funktionen des Trojaners gehören das Starten bestimmter Anwendungen, das Entfernen von sich selbst vom Gerät, das Senden von Push-Benachrichtigungen, das Versenden von SMS-Nachrichten an alle oder ausgewählte Kontakte, das Abrufen von Kontaktlisten, das Anfordern von Geräteadministratorrechten und das Aktivieren oder Deaktivieren von Keylogging.
Die Entstehung des Crocodilus-Mobilbanking-Trojaners markiert eine bedeutende Eskalation in der Raffinesse und Bedrohungsstufe moderner Schadsoftware. Mit seinen fortschrittlichen Fähigkeiten zur Geräteübernahme, Fernsteuerungsfunktionen und dem Einsatz von schwarzen Überlagerungsangriffen zeigt Crocodilus ein Maß an Reife, das bei neu entdeckten Bedrohungen selten ist. Diese Entwicklung fällt mit der Enthüllung einer Phishing-Kampagne zusammen, die steuerbezogene Köder verwendet, um den Grandoreiro-Banking-Trojaner zu verbreiten, der Windows-Nutzer in Mexiko, Argentinien und Spanien ins Visier nimmt.

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