BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Verlängerung der E-Rezept-Zulassung für DocMorris und Redcare bis 2027 markiert einen bedeutenden Schritt im digitalen Apothekenmarkt. Diese Entscheidung könnte die Marktlandschaft nachhaltig verändern und den Wettbewerb im Bereich der digitalen Gesundheitslösungen intensivieren.

Die Verlängerung der E-Rezept-Zulassung für DocMorris und Redcare bis Januar 2027 durch die staatlich kontrollierte Gematik hat ohne große Ankündigung, aber mit spürbarer Wirkung stattgefunden. Diese Entscheidung bringt frischen Wind in den digitalen Apothekenmarkt und könnte die Marktlandschaft nachhaltig verändern. Die DocMorris-Aktie erlebte einen deutlichen Anstieg von über 5 % im Schweizer Handel, während Redcare-Papiere an der Xetra um 3,4 % zulegten. Dies zeigt, dass die digitalen Apotheken weiterhin eine zentrale Rolle im Milliardenmarkt E-Rezept spielen.
Die Verlängerung betrifft die sogenannte CardLink-Lösung, ein technisches Bindeglied, das es ermöglicht, E-Rezepte über die App mit der elektronischen Gesundheitskarte einzulösen, ohne PIN oder Terminal. Ursprünglich war die Zulassung bis März 2026 befristet, doch die Gematik hat die Frist um fast ein Jahr verlängert. Dies verschafft den beiden Marktführern auf dem digitalen Apothekenmarkt Luft, während Deutschland vor der Einführung der neuen PoPP-Infrastruktur steht, die die E-Rezept-Abwicklung technisch vereinfachen und sicherer machen soll.
Die Daten sprechen für DocMorris und Redcare: Laut der US-Bank Jefferies ist die Zahl eingelöster E-Rezepte in Deutschland allein im letzten Jahr um 37 % gestiegen. Neun von zehn Arztpraxen nutzen das System bereits, und in Apotheken liegt die Quote sogar bei 96 %. Wer hier einen Zugangskanal besitzt, sitzt auf einem verlässlichen Geschäftsmodell. Für DocMorris ist das ein strategischer Erfolg, da das Unternehmen früh auf digitale Rezeptabwicklung gesetzt hat.
Für stationäre Apotheken in Deutschland ist die Verlängerung ein weiterer Warnschuss. Zwar bleibt das klassische Filialgeschäft rechtlich abgesichert, aber der Trend zur Nutzung der bequemen Lösung per App ist nicht zu übersehen. Immer mehr Patienten nutzen die App, insbesondere bei Dauerverordnungen und rezeptpflichtigen Medikamenten, die nicht sofort benötigt werden. Die Politik versichert zwar, den Apothekenstandort Deutschland stärken zu wollen, doch während Ministerien noch prüfen, haben DocMorris und Redcare längst geliefert.
Die Verlängerung der CardLink-Zulassung durch die Gematik zeigt, dass die technischen Plattformen der großen Online-Apotheken inzwischen als zuverlässig gelten. Der regulatorische Übergang zur neuen PoPP-Infrastruktur dauert länger als gedacht. Wer frühzeitig auf die richtige Technologie gesetzt hat, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern, ohne weitere Investitionen.
Für Anleger kommt die Nachricht zur richtigen Zeit. Die DocMorris-Aktie hatte in den vergangenen zwölf Monaten deutlich an Wert verloren, unter anderem wegen stagnierender Margen und wachsender Konkurrenz. Mit dem jüngsten Kursplus signalisiert der Markt, dass das Unternehmen ein relevanter Player im E-Health-Sektor bleibt. Auch Redcare, die 2022 aus Shop Apotheke hervorgegangen sind, können profitieren. Beide Anbieter decken inzwischen den Großteil der digitalen Rezepte in Deutschland ab.
Doch trotz aller Euphorie ist klar: Die Verlängerung ist ein Aufschub, kein Freifahrtschein. Sobald die PoPP-Infrastruktur steht, dürfte sich der Markt erneut verschieben. Die Gematik kündigt bereits strengere Standards an, um die Authentifizierung der Patienten zu verbessern. Ob dann auch kleinere Anbieter oder Startups Marktanteile gewinnen, ist noch offen. DocMorris und Redcare aber haben sich mit der jetzigen Entscheidung eine exklusive Verlängerung ihres Technologievorsprungs gesichert.

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