ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie der Universität Zürich zeigt, dass genetische Beweise für historische Kontakte zwischen Populationen konsistente Muster des Sprachwandels offenbaren. Durch die Kombination genetischer Daten mit linguistischen Datenbanken fanden Forscher heraus, dass nicht verwandte Sprachen nach menschlichem Kontakt um 4 bis 9 % ähnlicher wurden.

Die Evolution von Sprachen ist ein faszinierendes Feld, das durch die jüngsten Erkenntnisse der Universität Zürich neue Impulse erhält. Forscher haben herausgefunden, dass genetische Beweise für historische Kontakte zwischen verschiedenen Populationen konsistente Muster des Sprachwandels offenbaren. Diese Studie kombiniert genetische Daten mit umfangreichen linguistischen Datenbanken und zeigt, dass nicht verwandte Sprachen nach menschlichem Kontakt um 4 bis 9 % ähnlicher werden. Diese Erkenntnisse sind sowohl für alte Migrationsbewegungen als auch für jüngere koloniale Begegnungen relevant und verdeutlichen, dass soziale Dynamiken oft sprachliche Beschränkungen überlagern.
Die Forscher nutzten genetische Daten von über 4.700 Individuen aus 558 Populationen und kombinierten diese mit zwei großen linguistischen Datenbanken. Diese Herangehensweise ermöglichte es, über 125 vergleichbare Instanzen von Kontakt weltweit zu identifizieren. Anna Graff, die leitende Autorin der Studie, betont, dass genetische Daten als Ersatz für fehlende historische Aufzeichnungen dienen können, um die Auswirkungen von Kontakten auf die Sprache zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass Sprachen unabhängig von ihrem geografischen oder sozialen Kontext durch Kontakt ähnlich beeinflusst werden.
Interessanterweise fanden die Forscher auch Fälle, in denen Sprachen nach Kontakt weniger ähnlich wurden. Dies geschieht, wenn Gruppen sprachliche Unterschiede betonen, um ihre eigene Identität zu unterstreichen. Diese Phänomene der Konvergenz und Divergenz sind Teil der globalen Geschichte der Sprachentwicklung. Die Studie zeigt, dass Kontakt nicht nur zum Verlust von Sprachen führen kann, sondern auch tiefere Schichten der sprachlichen Vielfalt erodieren kann.
In einer zunehmend globalisierten Welt könnten diese Prozesse durch den Klimawandel, Landnutzungserweiterungen und demografische Verschiebungen weiter intensiviert werden. Die Forschungsergebnisse werfen ein neues Licht auf die Geschichte der Weltsprachen und darauf, was uns in Zukunft erwarten könnte. Die Erkenntnisse sind von großer Bedeutung für das Verständnis der Dynamik von Sprachveränderungen und der Rolle, die genetische Vermischung dabei spielt.

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