BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die deutsche Energiewende steht vor einer neuen Herausforderung: Der Ansturm auf Batteriespeicher überfordert das Stromnetz. Mit 204 Gigawatt beantragter Leistung, weit über der Spitzenlast von 80 Gigawatt, geraten Netzbetreiber unter Druck. Die aktuelle Gesetzeslage, die das Windhundprinzip für Netzanschlüsse vorsieht, führt zu einer Blockade durch sogenannte Zombie-Projekte. Diese Projekte, oft ohne solide Finanzierung oder Realisierungspläne, sichern sich frühzeitig Netzkapazitäten und behindern so den Ausbau wichtiger Infrastrukturprojekte wie Rechenzentren oder Industrieansiedlungen.

Die Energiewende in Deutschland steht vor einer neuen Herausforderung: Der Ansturm auf Batteriespeicher überfordert das Stromnetz. Mit einer beantragten Leistung von 204 Gigawatt, die weit über der Spitzenlast von 80 Gigawatt liegt, geraten die Netzbetreiber unter Druck. Die aktuelle Gesetzeslage, die das Windhundprinzip für Netzanschlüsse vorsieht, führt zu einer Blockade durch sogenannte Zombie-Projekte. Diese Projekte, oft ohne solide Finanzierung oder Realisierungspläne, sichern sich frühzeitig Netzkapazitäten und behindern so den Ausbau wichtiger Infrastrukturprojekte wie Rechenzentren oder Industrieansiedlungen.
Die Ursache für diese Entwicklung liegt in der Kraftwerksnetzanschlussverordnung von 2007, die jedem Erzeugungsprojekt einen diskriminierungsfreien Netzzugang garantiert. Diese Regelung, ursprünglich zur Förderung der Anbietervielfalt gedacht, wurde durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs im Jahr 2024 auf Batteriespeicher ausgeweitet. Dies hat zu einem Anreiz geführt, möglichst schnell Anträge zu stellen, unabhängig von der Realisierbarkeit der Projekte.
Die Netzbetreiber fordern nun eine Reform des Anschlussrechts, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Sie schlagen vor, dass der Beitrag zur Systemsicherheit und der Projektfortschritt bei der Vergabe von Netzanschlüssen berücksichtigt werden sollten. Dies würde es ermöglichen, Projekte mit substanziellem Nutzen für das Energiesystem zu priorisieren.
Der Boom der Batteriespeicher wird durch mehrere Faktoren angetrieben. Erstens sind die Kosten für Speichertechnologien gesunken. Zweitens entfällt seit 2023 das Netzentgelt für Speicher, die bis 2029 in Betrieb genommen werden. Drittens bietet der volatile Strommarkt erhebliche Arbitragechancen, da an sonnigen Tagen die Strompreise ins Negative fallen und gespeicherter Strom abends mit Gewinn verkauft werden kann.
Die Netzbetreiber wie Tennet und 50Hertz schlagen Alarm und fordern ein neues Anschlussverfahren. Sie betonen, dass die Zahl der Speicheranfragen den realen Bedarf und die Netzkapazitäten bei weitem übersteigt. Ohne eine Reform droht eine Lähmung des Netzausbaus, die sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Klimaziele gefährdet.
Während die Netzbetreiber auf Klarheit warten, bleibt die Bundesnetzagentur weitgehend passiv. Branchenexperten und Thinktanks fordern jedoch ein geordnetes, regelbasiertes Verfahren. Sie plädieren dafür, Speicherprojekte aus dem Anwendungsbereich der KraftNAV herauszunehmen und ein priorisiertes Verfahren einzuführen.
Die Politik steht vor der Aufgabe, einen Ordnungsrahmen zu schaffen, der die richtigen Projekte fördert und die Netzstabilität sichert. Der Umbau der Infrastruktur ist keine Frage des Wollens, sondern der Steuerung. Ein überfülltes Netz, das die falschen Projekte bevorzugt, hilft weder beim Klimaschutz noch bei der Versorgungssicherheit.

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