BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass feindselige sexistische Einstellungen stark mit der Ablehnung des Stillens in der Öffentlichkeit verbunden sind. Diese Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf die Art und Weise, wie Geschlechterrollen die Wahrnehmung von Müttern in alltäglichen Situationen beeinflussen können. Trotz Fortschritten in der Geschlechtergleichheit bleibt das öffentliche Stillen in Deutschland umstritten.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat aufgedeckt, dass feindselige sexistische Einstellungen stark mit der Ablehnung des Stillens in der Öffentlichkeit verbunden sind. Diese Forschung, die in Deutschland durchgeführt wurde, zeigt, dass selbst in Ländern mit fortschrittlichen Ansichten zur Geschlechtergleichheit das öffentliche Stillen weiterhin ein kontroverses Thema bleibt. Die Studie hebt hervor, dass Frauen oft mit negativen Reaktionen rechnen, wenn sie in der Öffentlichkeit stillen, was zu einem frühzeitigen Abstillen führen kann.
Die Forscher nutzten Daten aus dem GESIS Panel, einer repräsentativen Umfrage unter Erwachsenen in Deutschland, um die Zusammenhänge zwischen sexistischen Einstellungen und der Unterstützung für das Stillen in verschiedenen Kontexten zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit höheren Werten in feindlichem Sexismus weniger geneigt sind, das Stillen in der Öffentlichkeit zu unterstützen. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant, da sie aufzeigen, wie tief verwurzelte Geschlechterstereotypen die Akzeptanz von mütterlichem Verhalten in der Öffentlichkeit beeinflussen können.
Interessanterweise zeigte die Studie, dass wohlwollender Sexismus, der oft als unterstützend für traditionelle Mutterrollen angesehen wird, nicht zu einer stärkeren Unterstützung des Stillens führte. Tatsächlich waren Personen mit höheren Werten in wohlwollendem Sexismus tendenziell weniger geneigt, das Stillen zu befürworten, unabhängig davon, ob es in der Öffentlichkeit oder im privaten Raum stattfand. Diese Ergebnisse widersprechen früheren Studien, die nahelegten, dass wohlwollender Sexismus positivere Einstellungen zum privaten Stillen fördert.
Die Forscher betonen, dass es wichtig ist, offensichtliche Formen von Sexismus und Geschlechterstereotypen in Interventionen zur Förderung des Stillens anzugehen. Durch die Reduzierung von Stigmatisierung kann eine unterstützendere Umgebung für stillende Mütter geschaffen werden. Die Studie weist jedoch auch darauf hin, dass weitere Forschung erforderlich ist, um die kausalen Zusammenhänge zwischen sexistischen Einstellungen und der Ablehnung des Stillens zu verstehen. Zukünftige Studien könnten experimentelle Methoden nutzen, um die psychologischen Mechanismen zu untersuchen, die hinter der Ablehnung des Stillens stehen.
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