LOS ANGELES / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass Musik nicht nur Emotionen weckt, sondern auch beeinflusst, wie wir Erinnerungen speichern. Forscher der UCLA haben herausgefunden, dass Musik das Gleichgewicht zwischen allgemeinen und spezifischen Erinnerungen verändern kann, was potenzielle Auswirkungen auf Therapien für Stimmungs- und Gedächtnisstörungen hat.

Musik hat die bemerkenswerte Fähigkeit, Emotionen zu wecken und Erinnerungen zu beleben. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der UCLA zeigt, dass Musik auch das Gedächtnis beeinflussen kann. Die Forscher fanden heraus, dass die emotionale Erregung, die durch Musik nach einem Lernereignis ausgelöst wird, das Gleichgewicht zwischen allgemeinen und spezifischen Erinnerungen verändern kann. Diese Erkenntnisse könnten bedeutende Auswirkungen auf Therapien für Menschen mit neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen wie Alzheimer oder Depression haben.
Die Verbindung zwischen Musik, Emotion und Gedächtnis ist im Alltag allgegenwärtig. Ein bestimmtes Lied kann lebhafte Erinnerungen oder emotionale Reaktionen hervorrufen, selbst Jahre nach einem Ereignis. Diese Verbindung hat Forscher dazu veranlasst, zu untersuchen, wie Musik als Werkzeug zur Verbesserung von Gedächtnis und Stimmung eingesetzt werden könnte. Besonders interessant ist dabei die Rolle der emotionalen Erregung, die durch Musik ausgelöst wird und die Art und Weise beeinflusst, wie Erinnerungen gebildet und gespeichert werden.
Die Studie untersuchte, wie Musik-induzierte emotionale Erregung nach einem Lernereignis das Gedächtnis beeinflusst. Die Forscher interessierten sich besonders dafür, wie unterschiedliche Erregungsniveaus – sowohl Erhöhungen als auch Verringerungen – das allgemeine versus das detaillierte Gedächtnis beeinflussen. Sie wollten auch herausfinden, ob Merkmale der Musik, wie Vertrautheit und emotionaler Ton, diesen Prozess beeinflussen.
Die Ergebnisse zeigten, dass Musik das emotionale Erregungsniveau im Vergleich zu neutralen Geräuschen oder Stille erhöhte. Interessanterweise war dieser Effekt bei negativer Musik am stärksten, unabhängig davon, ob sie vertraut war oder nicht. Trotz der Unterschiede in den emotionalen Reaktionen der Teilnehmer fanden die Forscher keine klaren Unterschiede in der Gedächtnisleistung zwischen den verschiedenen Versuchsgruppen. Dies deutet darauf hin, dass der Musiktyp allein nicht ausreicht, um Gedächtnisunterschiede zu erklären.
Durch die Anwendung einer maschinellen Lerntechnik namens k-means Clustering identifizierten die Forscher drei Gruppen unter den Musikteilnehmern: diejenigen, die große Erhöhungen der Erregung erlebten, solche mit moderaten Erhöhungen und solche mit moderaten Verringerungen. Teilnehmer mit großen Erhöhungen oder moderaten Verringerungen der Erregung schnitten besser im allgemeinen Gedächtnis ab, während diejenigen mit moderaten Erhöhungen eine stärkere Leistung im spezifischen Gedächtnis zeigten.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass moderate emotionale Erregung die Fähigkeit des Gehirns verbessern kann, feinkörnige Details zu speichern, möglicherweise durch die Aktivierung hippocampaler Mechanismen, die mit der Mustertrennung zusammenhängen. Im Gegensatz dazu könnten sowohl hohe als auch niedrige Erregung die Speicherung des breiteren Kontexts oder der Essenz eines Erlebnisses begünstigen.
Die Studie zeigt, dass Musik nicht alle Erinnerungen gleichermaßen beeinflusst. Es gibt Hinweise darauf, dass Musik das Gedächtnis für die Essenz oder die Details eines Erlebnisses gezielt ansprechen kann. Dies ist besonders wichtig, wenn man über die Entwicklung personalisierter Musikinterventionen nachdenkt, um das Gedächtnis zu verbessern.

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