MONTREAL / LONDON (IT BOLTWISE) – Forscher der McGill University haben zwei spezifische Gehirnzelltypen identifiziert, die bei Menschen mit Depressionen verändert sind. Diese Entdeckung könnte den Weg für neue, gezielte Therapien ebnen und bietet Hoffnung für Millionen von Betroffenen weltweit.

In einer bahnbrechenden Studie haben Forscher der McGill University und des Douglas Institute zwei spezifische Gehirnzelltypen identifiziert, die bei Menschen mit Depressionen verändert sind. Diese Zellen, die sogenannten exzitatorischen Neuronen und Mikroglia, spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Stimmung und Stress sowie bei der Entzündungssteuerung im Gehirn. Die Erkenntnisse könnten den Weg für neue, gezielte Therapien ebnen, die sich auf diese Zelltypen konzentrieren und somit Millionen von Betroffenen weltweit Hoffnung bieten.
Die Studie nutzte post-mortem Gehirngewebe aus der Douglas-Bell Canada Brain Bank, einer der wenigen Sammlungen weltweit, die Gewebe von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen enthält. Durch den Einsatz von Einzelzell-Genomtechniken analysierten die Forscher RNA und DNA von Tausenden Gehirnzellen, um herauszufinden, welche Zellen bei Depressionen anders funktionieren und welche DNA-Sequenzen diese Unterschiede erklären könnten. Die Ergebnisse zeigten veränderte Genaktivität in einem bestimmten Typ von exzitatorischen Neuronen, die an der Regulierung von Stimmung und Stress beteiligt sind, sowie in einer Untergruppe von Mikroglia-Zellen, die Entzündungen steuern.
Diese Entdeckung stellt einen bedeutenden Fortschritt in unserem Verständnis der biologischen Grundlagen von Depressionen dar und widerlegt die Vorstellung, dass Depressionen lediglich emotionale Symptome sind. Dr. Gustavo Turecki, der leitende Autor der Studie, betont, dass diese Forschung zeigt, dass Depressionen messbare Veränderungen im Gehirn widerspiegeln. Als nächster Schritt planen die Forscher, zu untersuchen, wie diese zellulären Veränderungen die Gehirnfunktion beeinflussen und ob deren gezielte Behandlung zu besseren Therapien führen könnte.
Die Studie wurde von den Canadian Institutes of Health Research, der Brain Canada Foundation, dem Fonds de recherche du Québec – Santé und der Healthy Brains, Healthy Lives-Initiative an der McGill University finanziert. Diese Unterstützung unterstreicht die Bedeutung der Forschung für das Verständnis und die Behandlung von Depressionen, einer der weltweit führenden Ursachen für Behinderungen, die mehr als 264 Millionen Menschen betrifft.

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