LONDON (IT BOLTWISE) – BASF hat sich entschieden, sich aus einem bedeutenden Ammoniak-Projekt in den USA zurückzuziehen. Die Entscheidung fiel aufgrund politischer Unsicherheiten und fehlender wirtschaftlicher Anreize. Dies stellt einen Rückschlag für die klimafreundliche Chemiebranche dar, die auf Technologien wie Carbon Capture and Storage setzt.

BASF hat kürzlich angekündigt, sich aus einem großen Ammoniak-Projekt in Louisiana zurückzuziehen. Dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem norwegischen Unternehmen Yara durchgeführt werden sollte, war als Vorzeigeprojekt für klimafreundliche Chemie geplant. Die Anlage sollte eine Jahreskapazität von bis zu 1,4 Millionen Tonnen Ammoniak haben, wobei 95 Prozent der CO₂-Emissionen durch Carbon Capture and Storage (CCS) aufgefangen werden sollten. Der Rückzug von BASF ist ein herber Schlag für die Branche, die auf solche Technologien setzt, um ihre CO₂-Bilanz zu verbessern.
Die Entscheidung von BASF, das Projekt zu stoppen, ist stark von den politischen Unsicherheiten in den USA beeinflusst. Unter der Regierung von Donald Trump wurden viele Fördergelder gestrichen und Klimaschutzauflagen gekippt, was die Investition in klimafreundliche Technologien erschwert. Ohne den nötigen regulatorischen Druck fehlen die Märkte für „blauen“ Ammoniak, was die wirtschaftliche Rentabilität solcher Projekte in Frage stellt.
BASF hat in den letzten Jahren einen strikten Sparkurs eingeschlagen, bei dem Investitionen gekürzt und Projekte mit unklarer Rendite rigoros gestrichen werden. Bereits zuvor wurden Vorhaben wie eine Nickel-Kobalt-Raffinerie in Indonesien gestoppt. Ab 2026 sollen die Investitionen sogar unter den Abschreibungen liegen. Diese Strategie zeigt, dass BASF derzeit mehr Wert auf Kostenkontrolle als auf visionäre Projekte legt.
Während BASF sich zurückzieht, hält Yara an der Ammoniakstrategie fest und prüft weitere Projekte in den USA. Die Partnerschaft mit BASF bleibt bestehen, da beide Unternehmen bereits gemeinsam eine Ammoniakanlage in Freeport, Texas, betreiben. Dennoch zeigt das beendete Großprojekt, wie schwierig es für die Chemiebranche geworden ist, zwischen grünen Ambitionen und wirtschaftlicher Realität den richtigen Kurs zu finden.
Die Entscheidung von BASF sendet ein klares Signal an die Industrie: Ohne politische Verlässlichkeit sind selbst milliardenschwere Klimaprojekte nicht mehr kalkulierbar. Für den Industriestandort USA ist dies ein Warnsignal, das die Unberechenbarkeit des Marktes für internationale Konzerne unterstreicht. Erst kürzlich wurde ein fast fertiges Offshore-Windparkprojekt des dänischen Energiekonzerns Ørsted von der Trump-Regierung gestoppt, was Investoren weltweit verunsichert.

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