MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Entdeckung eines nahezu perfekten Einsteinrings durch das Euclid-Weltraumteleskop markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Erforschung des Universums. Dieses seltene Phänomen, das durch die Krümmung von Licht um massive Objekte entsteht, bietet neue Einblicke in die Struktur des Kosmos.

Die jüngste Entdeckung eines nahezu perfekten Einsteinrings durch das Euclid-Weltraumteleskop hat in der astronomischen Gemeinschaft für Aufsehen gesorgt. Dieses Phänomen, das durch die Krümmung von Licht um massive Objekte wie Galaxien entsteht, wurde in einer Galaxie namens NGC 6505 entdeckt, die sich etwa 590 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt befindet. Der Einsteinring ist das Ergebnis der starken Gravitationslinse, bei der das Licht einer weiter entfernten Galaxie durch die Schwerkraft der Vordergrundgalaxie verzerrt wird.
Die Entdeckung wurde während einer Testphase im September 2023 gemacht, als Euclid einige Bilder zur Erde sendete. Bruno Altieri, ein Wissenschaftler im Euclid-Team, bemerkte auf einem dieser Bilder einen Hinweis auf das seltene Phänomen und beschloss, es genauer zu untersuchen. Nach weiteren Beobachtungen konnte das Team den perfekten Ring um das Zentrum der Galaxie sichtbar machen. Diese Entdeckung ist besonders bemerkenswert, da der Einsteinring in kosmischen Maßstäben relativ nah an der Erde liegt.
Einsteinringe sind ein faszinierendes Beispiel für die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein, die vorhersagt, dass Licht um massive Objekte gekrümmt wird. Diese Krümmung kann das Licht von weit entfernten Galaxien bündeln und sichtbar machen, was sonst nicht möglich wäre. Die hochauflösenden Instrumente von Euclid haben es ermöglicht, den Ring in einer bisher unerreichten Detailgenauigkeit zu modellieren.
Das Team um Conor O’Riordan vom Max-Planck-Institut für Astrophysik hat den Einsteinring mit einem speziellen Gravitationslinsencode analysiert, der am Institut entwickelt wurde. Diese Analyse ist der erste Schritt, um die Substrukturen der Dunklen Materie in der Linsengalaxie zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Forschung könnten wichtige Erkenntnisse über die Verteilung der Dunklen Materie im Universum liefern.
Euclid hat am 14. Februar 2024 mit seiner detaillierten Himmelsdurchmusterung begonnen und wird in den kommenden Jahren Milliarden von Galaxien beobachten. Es wird erwartet, dass das Teleskop etwa 100.000 starke Gravitationslinsen finden wird, was die bisherige Anzahl bekannter Systeme bei weitem übertrifft. Diese Daten werden es Wissenschaftlern ermöglichen, eine umfassende 3D-Karte des Universums zu erstellen und neue Einblicke in die Struktur und Entwicklung des Kosmos zu gewinnen.
Die Entdeckung des Einsteinrings ist ein vielversprechender Beginn für die Mission von Euclid und zeigt das Potenzial des Teleskops, bedeutende Beiträge zur Astronomie zu leisten. Die Forscher hoffen, dass weitere Beobachtungen und Analysen zu einem tieferen Verständnis der Dunklen Materie und der Entwicklung des Universums führen werden.

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